Belize Barrier Reef auf eigene Faust ab Belize City
Das Wichtigste in Kürze
Das Belize Barrier Reef
Das Belize Barrier Reef zieht sich über rund 300 Kilometer die Küste entlang und ist damit das längste zusammenhängende Riff der nördlichen Halbkugel. Es bildet den größten Abschnitt des Mesoamerikanischen Barriereriffs, das mit 900 Kilometern nach dem australischen Great Barrier Reef als zweitgrößtes Riffsystem der Erde gilt. Seit 1996 steht der belizische Teil auf der UNESCO-Welterbeliste: sieben Meeresschutzgebiete, rund 450 Cayes und drei Atolle auf einer Fläche von 960 Quadratkilometern.
Im Riff leben etwa 500 Fischarten sowie 70 Stein- und 36 Weichkorallenarten; Fachleute gehen davon aus, dass bislang nur ein Bruchteil aller Arten beschrieben ist. Das berühmteste Einzelstück ist das Great Blue Hole – eine kreisrunde Doline von 318 Metern Durchmesser und 124 Metern Tiefe mitten im Lighthouse Reef, rund 70 Kilometer vor der Küste. Für einen Hafentag liegt sie zu weit draußen: Erreichbar ist sie nur per Rundflug oder mit einer Ganztagestour im Schnellboot.
Anreise vom Hafen Belize City
Belize City ist ein Tenderhafen. Wegen des vorgelagerten Riffs ankern die Schiffe rund fünf Seemeilen vor der Küste, die Tenderboote bringen die Gäste zum Fort Street Tourism Village. Anders als bei den Maya-Stätten im Landesinneren beginnt hier alles am Wasser: Riffnahe Schnorchelplätze liegen wenige Bootsminuten vor der Küste, die bekannteren Ziele weiter draußen bei den Cayes.
Wer auf eigene Faust losziehen will, startet am Belize Marine Terminal in der North Front Street 111, direkt an der Swing Bridge und gut zehn Minuten zu Fuß vom Tourism Village. Von dort fahren San Pedro Belize Express und Caribbean Sprinter zusammen rund vierzehnmal täglich nach Caye Caulker – erste Abfahrt um 8 Uhr, Überfahrt 45 Minuten, etwa 40 bis 50 Belize-Dollar (rund 17 bis 22 Euro) je Strecke. Auf der Insel legen die halbtägigen Schnorchelboote direkt am Steg ab.
Vor Ort am Riff
Vor Caye Caulker liegt das Hausriff nur wenige Minuten draußen. Zu den Standardstopps gehören die Korallengärten am South Channel, das Stingray Village und Tarpon Cove, wo die großen Tarpune aus der Hand gefüttert werden. Das bekannteste Schnorchelziel des Landes ist das Hol Chan Marine Reserve mit der Shark Ray Alley, wo sich Ammenhaie und Stechrochen im flachen Wasser sammeln – es liegt allerdings weiter nördlich vor San Pedro und wird meist von dort angefahren.
Für Hol Chan wird eine Parkgebühr von 30 Belize-Dollar (rund 13 Euro) fällig, in bar und meist zusätzlich zum Tourpreis. Vor Ort gilt: nichts anfassen, nichts füttern, in der Gruppe beim Guide bleiben. Die beste Sicht bietet die Trockenzeit von Dezember bis Mai, und morgens ist die See ruhiger als am Nachmittag. Sonnencreme sollte riffverträglich sein – Reef-Safe steht auf jeder Packungsrückseite.
Das Riff ist damit das einzige der Belize-Highlights, bei dem die Rechnung auf eigene Faust wirklich aufgeht: Tenderfahrt, zehn Minuten Fußweg, 45 Minuten Wassertaxi, eine dreistündige Schnorcheltour und derselbe Weg zurück ergeben rund sechs Stunden. Eng bleibt es trotzdem, denn das letzte Wassertaxi ab Caye Caulker fährt um 17 Uhr – wer es verpasst, hat keine Alternative. Der organisierte Ausflug nimmt einem genau diese Rechnung ab: Er startet am Tourism Village und ist auf die Liegezeit des Schiffs abgestimmt.
Geführte Ausflüge ab Hafen Belize City


Schnorchelabenteuer vor Caye Caulker
Weiterführende Tipps
Weitere Highlights in Belize City
- Insel Caye Caulker – autofreie Karibikinsel mit Sandstraßen, Ausgangspunkt der Schnorchelboote
- Maya-Stätte Altun Ha – die am leichtesten erreichbare Maya-Stätte des Landes, rund 50 Kilometer nördlich der Stadt
- Maya-Ruinen von Lamanai – Anreise per Bus und Bootssafari über den New River, mitten im Regenwald gelegen
- Maya-Ruinen von Xunantunich – Tempelstadt nahe der guatemaltekischen Grenze, Anfahrt mit Handkurbelfähre über den Mopan
- Belize City im Überblick – Hafeninfos, Mobilität vor Ort und alle Ausflugsziele auf einen Blick
Weitere Häfen in der Karibik
- George Town (Grand Cayman) – Stingray City, Seven Mile Beach und Tenderhafen wie in Belize
- Cozumel – mexikanische Insel vor Yucatán mit Riffen am Palancar und Maya-Stätten auf dem Festland
- Philipsburg (St. Maarten) – Front Street, Maho Beach und die niederländisch-französische Doppelinsel
- Willemstad (Curaçao) – bunte Handelshäuser am Sint Annabaai und Hausriffe direkt vor der Küste
- Ocho Rios – Jamaikas Wasserfälle, Dschungelflüsse und Reggae-Geschichte



