Maya-Ruinen von Xunantunich auf eigene Faust ab Belize City
Das Wichtigste in Kürze
Die Maya-Ruinen von Xunantunich
Xunantunich liegt im Cayo-Distrikt im Westen von Belize, auf einem Bergrücken über dem Mopan River und keinen Kilometer von der guatemaltekischen Grenze entfernt. Der Name ist neuzeitlich und bedeutet sinngemäß „Steinerne Frau“ – er geht auf die Erzählung einer weiß gekleideten Gestalt zurück, die Ende des 19. Jahrhunderts an der Pyramide gesehen worden sein soll. Wie die Stadt zu ihrer Blütezeit hieß, ist nicht überliefert.
Der Kern der Anlage misst kaum mehr als einen Quadratkilometer und umfasst sechs Plazas mit über 25 Tempeln und Palästen. Herausragend ist El Castillo: 40 Meter hoch und nach dem Haupttempel von Caracol das zweithöchste Bauwerk des Landes. An seiner Ostseite zieht sich ein Stuckfries um den Bau, der die Erschaffung der Welt, den Lebensbaum und die Geburt eines Gottes zeigt. Ihre Blüte hatte die Stadt in der späten Klassik zwischen 700 und 900 n. Chr., danach wurde der Platz aufgegeben. Wiederentdeckt wurde er Mitte der 1890er-Jahre durch den britischen Arzt und Altertumsforscher Thomas Gann.
Anreise vom Hafen Belize City
Belize City ist ein Tenderhafen. Wegen des vorgelagerten Barriereriffs ankern die Schiffe rund fünf Seemeilen vor der Küste, die Tenderboote bringen die Gäste zum Fort Street Tourism Village. Von dort führt der George Price Highway – früher Western Highway – rund 130 Kilometer nach Westen. Für die Fahrt sind gut zwei Stunden je Richtung zu rechnen: Xunantunich ist das am weitesten entfernte Ausflugsziel ab diesem Hafen.
Kurz vor der Grenze endet die Straße im Dorf San José Succotz am Mopan River. Übergesetzt wird mit einer handbetriebenen Seilfähre, die zwei Männer über den Fluss kurbeln – kostenlos, mit Platz für etwa vier Autos und in Betrieb von 7:30 bis 16 Uhr. Vom anderen Ufer sind es noch anderthalb Kilometer bergauf bis zum Eingang, zu Fuß eine gute halbe Stunde.
Vor Ort in Xunantunich
Am Eingang steht ein kleines Besucherzentrum mit Fundstücken und einem Modell der Anlage, dahinter öffnen sich die Plazas. Bestiegen werden dürfen alle Bauwerke, auch El Castillo: Von der Plattform reicht der Blick über das Blätterdach des Regenwaldes weit nach Guatemala hinein. Für den Rundgang sollte man zwei bis drei Stunden einplanen. Am Eingang warten lizenzierte Guides; eine Führung für zwei Personen beginnt bei etwa 30 US-Dollar (rund 26 Euro).
Das Xunantunich Archaeological Reserve ist täglich von 8 bis 17 Uhr geöffnet, auch an Sonn- und Feiertagen. Der Eintritt für ausländische Besucher beträgt 25 Belize-Dollar (rund 11 Euro) und wird in bar bezahlt. Letzter Einlass ist um 15:30 Uhr zu Fuß und um 16 Uhr mit dem Fahrzeug.
Auf eigene Faust ist Xunantunich an einem Hafentag nicht zu schaffen. Zwei Stunden Fahrt je Richtung, zweimal die Tenderfahrt und ein Rundgang von mindestens zwei Stunden ergeben zusammen mehr als acht Stunden – und die Fähre stellt um 16 Uhr den Betrieb ein. Wer sie verpasst, steht auf der falschen Flussseite. Linienbusse fahren zwar bis San Ignacio, brauchen dafür aber deutlich länger und lassen keinerlei Puffer. Der organisierte Ausflug ist hier keine Bequemlichkeit, sondern die einzige realistische Möglichkeit: Er packt Transfer, Fähre, Eintritt, Führung und Mittagessen in ein festes Zeitfenster.
Geführte Ausflüge ab Hafen Belize City


Mystische Maya-Ruinen von Xunantunich
Weiterführende Tipps
Weitere Highlights in Belize City
- Maya-Stätte Altun Ha – die am leichtesten erreichbare Maya-Stätte des Landes, rund 50 Kilometer nördlich der Stadt
- Maya-Ruinen von Lamanai – Anreise per Bus und Bootssafari über den New River, mitten im Regenwald gelegen
- Belize Barrier Reef – zweitgrößtes Barriereriff der Welt und UNESCO-Welterbe, ideal zum Schnorcheln
- Insel Caye Caulker – autofreie Karibikinsel mit Sandstraßen, rund 45 Minuten mit dem Wassertaxi
- Belize City im Überblick – Hafeninfos, Mobilität vor Ort und alle Ausflugsziele auf einen Blick
Weitere Häfen in der Karibik
- Cozumel – mexikanische Insel vor Yucatán, Sprungbrett zu den Maya-Stätten Tulum und Chichén Itzá
- Ocho Rios – Jamaikas Wasserfälle, Dschungelflüsse und Reggae-Geschichte
- George Town (Grand Cayman) – Seven Mile Beach, Stingray City und Tenderhafen wie in Belize
- Philipsburg (St. Maarten) – Front Street, Maho Beach und die niederländisch-französische Doppelinsel
- Willemstad (Curaçao) – bunte Handelshäuser am Sint Annabaai und UNESCO-Welterbe


