Entdecke Pisa auf eigene Faust ab Livorno
Das Wichtigste in Kürze
Pisa auf eigene Faust
Pisa zählt zu den meistbesuchten Tagesausflugszielen ab dem Kreuzfahrthafen Livorno. Die toskanische Stadt mit rund 90.000 Einwohnern liegt rund 29 Straßenkilometer vom Hafen entfernt, und der Weg dorthin lässt sich auf mehreren Wegen zurücklegen. Hauptanziehungspunkt ist die Piazza dei Miracoli mit dem Schiefen Turm, dem Dom Santa Maria Assunta, dem Baptisterium und dem Camposanto – ein Ensemble, das seit 1987 zum UNESCO-Welterbe zählt.
Für einen Halbtagesausflug reichen rund vier bis fünf Stunden einschließlich An- und Rückreise; wer auch das Stadtgebiet am Arno erkunden möchte, plant besser den ganzen Hafentag ein. Wie der Weg vom Liegeplatz aus verläuft, steht gleich im nächsten Abschnitt.
Tipp: Zwischen Terminal und Hafentor fährt zuerst der Shuttle, erst danach beginnt der Weg nach Pisa – mit Zug oder Bus vergeht dafür gut eine Stunde je Richtung. Ein Transfer ab dem Terminal spart das Umsteigen und schafft Pisa und Lucca an einem Tag.


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Anreise vom Hafen Livorno
Vom Liegeplatz bis zur Piazza dei Miracoli sind es rund 29 Kilometer. Der Kreuzfahrthafen liegt in einem aktiven Industrieareal, das nicht zu Fuß verlassen werden darf: Zuerst bringt ein Shuttle die Gäste vom Schiff zum Hafentor oder weiter zur Haltestelle in der Via Cogorano an der Piazza Grande; je nach Reederei ist diese Fahrt kostenlos oder kostet fünf bis zehn Euro. Ab dort geht es mit Zug, Überlandbus oder Taxi weiter – die Strecke führt nordöstlich am Flughafen Pisa vorbei ins Stadtzentrum.
Mit gebuchtem Ausflug
Wer sich die Organisation sparen möchte, findet in Transfers ab dem Kreuzfahrtterminal die bequemste Lösung: Die Abholung erfolgt direkt am Schiff, der Umweg über Hafenshuttle und Fahrkartenautomat entfällt. Vor Ort in Pisa bleibt ausreichend Freizeit, um Piazza dei Miracoli und Stadtzentrum auf eigene Faust zu erkunden – ohne feste Gruppenführung.
Die Anbieter haben sich auf Kreuzfahrtgäste eingestellt und garantieren die rechtzeitige Rückkehr zum Schiff, auch wenn der Verkehr die Rückfahrt verzögert. Über Meine-Landausflüge* lassen sich Transfers in kleinen Gruppen buchen; neben dem reinen Pisa-Transfer stehen Kombinationen mit Lucca, Florenz oder den Cinque Terre zur Wahl.
Mit dem Überlandbus
Direkt am Shuttlestopp Via Cogorano starten Überlandbusse, die ohne Umsteigen in die Nähe der Piazza dei Miracoli fahren. Anbieter wie Tuscany Bus brauchen dafür rund 40 Minuten, Hin- und Rückfahrt kosten etwa 17 Euro pro Person. Die Busse verkehren ausschließlich an Tagen mit Kreuzfahrtanläufen, eine Buchung vorab über die Anbieter-Website ist deshalb ratsam.
Der Vorteil gegenüber der Bahn ist die durchgehende Verbindung ohne Umsteigen und ohne Stadtbus in Pisa. Der Nachteil sind die festen Abfahrtszeiten – wer den Bus verpasst, kommt nur mit Bahn oder Taxi zurück.
Mit der Bahn
Die preiswerteste Verbindung ist die Bahn. Vom Shuttlestopp Via Cogorano fährt der Stadtbus der Linie LAM Blu in rund zehn Minuten zum Bahnhof Livorno Centrale; ein Einzelticket kostet rund 1,50 Euro und ist im Tabacchi und am Automaten erhältlich. Zu Fuß sind es 25 bis 30 Minuten.
Ab Livorno Centrale verkehren tagsüber rund 60 Züge am Tag nach Pisa Centrale, die Fahrt dauert 13 bis 20 Minuten. Ein einfaches Ticket im Regionalzug liegt bei rund drei Euro, hin und zurück bei etwa 5,40 Euro; Papiertickets müssen vor dem Einsteigen am Bahnsteig entwertet werden.
Vom Bahnhof Pisa Centrale sind es rund 1,5 Kilometer bis zur Piazza dei Miracoli – zu Fuß 20 bis 25 Minuten über die Einkaufsstraße Corso Italia, über den Arno und weiter durch den Borgo Stretto. Schneller geht es mit der Stadtbuslinie LAM Rossa vom Bahnhofsvorplatz bis zur Haltestelle „Torre".
Mit dem Taxi
Lokale Taxiunternehmen bieten an den Cruise Terminals Pauschalfahrten nach Pisa zum Festpreis an, meist mit rund zwei Stunden Wartezeit vor Ort. Für Hin- und Rückfahrt mit Wartezeit sind 120 bis 150 Euro für bis zu vier Personen üblich, für eine einfache Fahrt 50 bis 70 Euro. Der Preis gehört vor Fahrtantritt verbindlich abgesprochen; einige Fahrer bieten gegen Aufpreis die Kombination Pisa und Lucca an. Uber gibt es in Livorno und Pisa nicht, lokale Apps wie itTaxi funktionieren dagegen.
Ausflüge ab Hafen Livorno
Pisa auf eigene Faust ist gut zu schaffen: Die Bahn fährt im dichten Takt, die Wege in der Stadt sind kurz, und außer den Bauwerken auf der Piazza dei Miracoli kostet nichts Eintritt. Wer den Hafentag ohne Fahrplan planen möchte oder Pisa mit Lucca, Florenz oder den Cinque Terre verbinden will, fährt mit einem Transfer ab Terminal entspannter – und hat die Rückkehr zum Schiff abgesichert.


Begleiteter Transfer: Florenz & Pisa entdecken


Begleiteter Transfer: Pisa und der Schiefe Turm


Die perfekte Kombi: Lucca und Pisa


Vom Schiefen Turm zu den Cinque Terre: Pisa und Manarola

Eintrittskarte für den Schiefen Turm und die Kathedrale
Sehenswürdigkeiten in Pisa
Das Herz von Pisa schlägt auf der Piazza dei Miracoli, die seit 1987 zum UNESCO-Welterbe zählt. Auf dem weiten Rasenplatz versammeln sich vier Bauwerke aus weißem Marmor zu einem Ensemble, das sich in zwei Stunden gut ablaufen lässt.
Schiefer Turm
Wahrzeichen Pisas und freistehender Glockenturm des Doms ist der Schiefe Turm. Sein Bau begann 1173, doch schon in der dritten Etage senkte sich das Bauwerk auf der Südostseite ab – ein Umstand, der zu einer Bauunterbrechung von fast hundert Jahren führte. Heute neigt sich der 56 Meter hohe Turm um knapp vier Grad zur Seite. Der Aufstieg über 294 Stufen führt zu einem Panoramablick über die Stadt und ist nur mit zeitgebundenem Ticket möglich.

Eintrittskarte für den Schiefen Turm und die Kathedrale
Dom Santa Maria Assunta
Der Dom Santa Maria Assunta gilt als Hauptwerk der pisanisch-romanischen Architektur. Im 11. Jahrhundert begonnen und mit fünf Schiffen errichtet, beeindruckt die Kathedrale durch ihre Marmorfassade mit blinden Arkaden, die Bronzetüren von Bonanno Pisano und die Kanzel von Giovanni Pisano im Inneren. Betreten lässt sie sich nur mit einem Ticket für eines der anderen Bauwerke auf der Piazza.
Baptisterium San Giovanni
Mit 54 Metern Höhe und rund 35 Metern Durchmesser ist das Baptisterium San Giovanni das größte seiner Art in Italien. Der Rundbau wurde ab 1153 errichtet und vereint romanische Untergeschosse mit gotischen Verzierungen im Obergeschoss. Berühmt ist er vor allem für die Akustik unter der Kuppel, die das Wachpersonal mehrmals täglich mit kurzen Gesangsdarbietungen vorführt. Im Inneren steht die Kanzel von Nicola Pisano aus dem 13. Jahrhundert.
Camposanto Monumentale
Der Camposanto Monumentale ist der monumentale Friedhof am Nordrand der Piazza dei Miracoli. Der Bau begann 1278 und sollte ursprünglich die ältesten Familien Pisas beherbergen. Eine Besonderheit ist die Erde im Innenhof, die der Legende nach im 12. Jahrhundert mit Schiffen aus dem Heiligen Land herangebracht wurde. Bemerkenswert sind die Wandfresken aus dem 14. Jahrhundert, darunter der „Triumph des Todes", die im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und seither aufwendig restauriert wurden.
Jenseits der Piazza dei Miracoli
Außerhalb des Domplatzes lohnt ein Spaziergang über die Piazza dei Cavalieri mit dem Palazzo della Carovana sowie entlang des Arno zur filigranen Kirche Santa Maria della Spina. Die Einkaufsstraße Borgo Stretto lädt mit überdachten Arkaden zum Bummeln ein, der Mercato delle Vettovaglie zeigt ein Stück toskanischen Alltag. Zur lokalen Küche gehört die Cecìna, ein Fladen aus Kichererbsenmehl, dazu kräftige Rotweine aus den Pisaner Hügeln.
Praktische Tipps
Der Aufstieg auf den Schiefen Turm kostet 25 Euro und ist nur mit Zeitfenster-Ticket möglich; in der Hochsaison sind die beliebten Uhrzeiten Tage bis Wochen im Voraus vergeben. Kinder unter acht Jahren dürfen nicht hinauf. Der Domeintritt ist im Turmticket enthalten.
Für Baptisterium, Camposanto und die beiden Museen gibt es gestaffelte Kombitickets: ein Bauwerk rund fünf Euro, zwei rund sieben, alle drei rund acht Euro. Den Dom betritt man nur mit einer dieser Karten – ohne Ticket bleibt es beim Blick von außen.
Für die Piazza dei Miracoli selbst reichen zwei Stunden, mit Turmbesteigung eher drei. In den Sommermonaten ist der frühe Vormittag die angenehmere Zeit: Der Platz ist dann noch leer, und das Morgenlicht ist das bessere Fotolicht. Wer mit der Bahn kommt, entwertet das Papierticket vor dem Einsteigen am Bahnsteig – das wird kontrolliert.
Weiterführende Tipps
Weitere Highlights in Livorno
Wer den Hafentag anders füllen möchte, findet ab Livorno diese Ziele:
- Lucca: mittelalterliche Stadt mit vollständig erhaltener Stadtmauer, dem Geburtshaus Giacomo Puccinis und stillen Piazzen.
- Alle Sehenswürdigkeiten in Livorno auf der Übersicht, darunter das Kanalviertel Venezia Nuova und die Terrazza Mascagni.
Mehr zum Hafen Livorno
Wo die Schiffe festmachen und wie der Shuttle zum Hafentor fährt, steht auf der Seite Kreuzfahrthafen Livorno. Züge, Stadtbusse und Taxis sind unter Mobilität in Livorno zusammengefasst.
Weitere Häfen im Mittelmeer
Wer auf der Route weitere Häfen des Mittelmeers anläuft, findet auch dort lohnende Ziele:
- La Spezia: Tor zu den Cinque Terre und der ligurischen Küste mit ihren fünf bunten Fischerdörfern.
- Genua: Altstadtgassen, Palazzi der Via Garibaldi und der größte Hafen Italiens.
- Civitavecchia (Rom): Ausgangspunkt für Kolosseum, Vatikan und Forum Romanum.
- Ajaccio: korsische Hauptstadt und Geburtsort Napoleons mit mediterraner Altstadt.
- Cagliari: Festungsviertel Castello, weite Strände und römische Spuren.
- Alle Häfen im Mittelmeer auf der Übersicht.

