Nordkap auf eigene Faust – von Honningsvåg zum nördlichsten Punkt Europas
Das Wichtigste in Kürze
- Das Nordkap zählt zu den bekanntesten Ausflugszielen ab Honningsvåg und steht für weite Hochflächen, schroffe Küsten und spektakuläre Ausblicke auf das Nordmeer.
- Vom Kreuzfahrthafen bis zum Nordkap sind es rund 34 Kilometer; die Strecke führt über die Insel Magerøya und ist bereits unterwegs landschaftlich reizvoll.
- Am einfachsten gelingt der Ausflug mit dem Bus, Taxi oder einem geführten Landausflug.
- Vor Ort warten das berühmte Globusdenkmal, die Nordkaphalle, Aussichtsplattformen und verschiedene Ausstellungen rund um Natur, Geschichte und das Leben im hohen Norden.
- Geführte Landausflüge sind für das Nordkap besonders beliebt, da Transfer, Zeitplanung und Stopps unterwegs meist bereits organisiert sind.
Das Nordkap
Mythos Nordkap – für viele ist der Besuch des nördlichsten Aussichtspunkts Europas ein Lebenstraum. Schon die Fahrt vom Kreuzfarthafen Honningsvåg über die karge Insel Magerøya wirkt wie eine Reise in eine andere Welt, in der Tundra, Fels und Meer den Ton angeben. Am Nordkap fällt die Landschaft an einer über 300 Meter hohen Steilküste abrupt ins Nordpolarmeer ab. Von den Aussichtspunkten am Plateau öffnet sich ein weiter Blick über das offene Wasser; am Horizont dominieren oft nur Weite, Wind und das wechselnde Licht der Arktis.
In den Sommermonaten sorgt die Mitternachtssonne für besondere Stimmung, während im Herbst und Winter mit etwas Glück Polarlichter zu sehen sind. Die Klippen sind außerdem ein wichtiger Lebensraum für arktische Seevögel, die entlang der Felsen kreisen und nisten.
Das bekannteste Fotomotiv ist die Weltkugel „Globus“, die direkt am Klippenrand steht. Daneben liegt die Nordkaphalle (Nordkapphallen) – ein in den Fels gebauter Komplex mit Panoramafilm auf drei Leinwänden, Ausstellungen zur Geschichte des Nordkaps, Kapelle, Souvenirshop, Postamt mit Sonderstempel sowie Café und Restaurant. Die Halle eignet sich auch als wetterfester Rückzugsort, wenn draußen Wind, Nebel oder Regen den Aufenthalt am Plateau ungemütlich machen.
Der Außenbereich rund um die Weltkugel ist für Fußgänger und Radfahrer kostenfrei zugänglich. Wer mit Pkw, Wohnmobil oder Reisebus anreist, zahlt eine Zugangsgebühr für das Plateau – diese ist bei geführten Ausflügen und beim Linienbus in der Regel bereits enthalten. Der Eintritt in die Nordkaphalle liegt bei etwa 260 NOK (rund 22 EUR) für Erwachsene und beinhaltet den Panoramafilm sowie alle Ausstellungsbereiche. Geöffnet ist die Halle ganzjährig, im Sommer bis spät in die Nacht; im Winter kann es wegen Wetter und der dann üblichen Konvoifahrten auf dem letzten Streckenabschnitt zu Einschränkungen kommen.
Geschichte des Nordkaps
Seinen heutigen Namen verdankt das Nordkap dem englischen Seefahrer Richard Chancellor, der den markanten Felsen 1553 auf der Suche nach einer Nordostpassage nach Asien als „North Cape" in seine Karten eintrug. Internationale Bekanntheit erlangte das Plateau dann im 19. Jahrhundert: 1873 reiste König Oscar II. von Schweden und Norwegen persönlich an und ließ einen Obelisken zur Erinnerung errichten – ein Besuch, der den Beginn des Nordkap-Tourismus markierte.
Heute zählt das Plateau zu den bekanntesten Reisezielen Skandinaviens und wird jährlich von rund 200.000 Besuchern angesteuert – ein Großteil davon kommt mit Kreuzfahrtschiffen über Honningsvåg.
Vom Hafen Honningsvag zum Nordkap
Von Honningsvåg sind es rund 34 Kilometer über die E69 bis zum Nordkap, die Fahrzeit beträgt je nach Wetter und Verkehr meist 40 bis 60 Minuten. Die Strecke führt über karge Hochflächen, an Fjorden entlang und durch den 6,8 Kilometer langen Nordkaptunnel; bereits unterwegs lohnen sich Fotostopps an den Aussichtspunkten.
In der Kreuzfahrtsaison fahren häufig Ausflugsbusse direkt ab dem Pier. Wer flexibler unterwegs sein möchte, greift auf den Linienbus (Nordkapexpress), ein Taxi oder einen geführten Ausflug zurück. Mietwagen sind in Honningsvåg nur sehr eingeschränkt verfügbar und für Kreuzfahrtgäste in der Regel keine praktikable Option. Ausführliche Informationen zu allen Verkehrsmitteln vor Ort findest du auf unserer Seite zur Mobilität in Honningsvåg. Im Winter (häufig von Mitte Oktober bis Mitte April) ist der letzte Streckenabschnitt zur Sicherheit nur in begleiteten Konvois hinter einem Räumfahrzeug befahrbar – das gilt auch für geführte Touren und kann die Anreise verzögern.
Geführte Ausflüge ab/bis Hafen Honningsvag
Geführte Landausflüge sind die mit Abstand beliebteste Variante, das Nordkap von Honningsvåg aus zu besuchen. Transfer, Eintritt am Plateau und meist auch ein Halt bei einer samischen Familie oder am Königskrabben-Pool sind in den Touren bereits enthalten. Wer auf Nummer sicher gehen will, dass das Schiff rechtzeitig wieder erreicht wird, ist mit einem organisierten Ausflug am besten beraten – die Anbieter stimmen ihre Abfahrtszeiten auf den Liegeplan der Kreuzfahrtschiffe ab.
Viele Anbieter kombinieren den Nordkap-Besuch mit einem Stopp bei einer samischen Familie und am Königskrabben-Pool. Diese Bündelung spart gegenüber einzeln gebuchten Ausflügen meist deutlich Zeit und Geld – und passt gut in die typische Liegezeit eines Kreuzfahrtschiffs in Honningsvåg.
Tipp: Geführte Touren zum Nordkap sind in der Hochsaison (Juni bis August) oft frühzeitig ausgebucht. Eine Vorabbuchung sichert nicht nur den Platz, sondern in der Regel auch die rechtzeitige Rückkehr zum Schiff.
Mit dem Taxi vom Hafen Honningsvag Nordkap
In Honningsvåg stehen am Hafen einige Taxis bereit, die Auswahl ist im kleinen Ort jedoch begrenzt. Eine Fahrt zum Nordkap inklusive einer Stunde Aufenthalt am Plateau kostet für ein normales Taxi mit bis zu vier Fahrgästen rund 200 Euro – Hin- und Rückfahrt zusammen. Für Gruppen kann sich das Taxi gegenüber dem Linienbus rechnen, vor allem dann, wenn man unabhängig vom Fahrplan unterwegs sein möchte oder unterwegs einen Fotostopp einlegen will. Eine Vorabreservierung über die Touristeninformation oder das Hotelpersonal ist bei kurzer Liegezeit empfehlenswert.
Mit dem Bus vom Hafen Honningsvag zum Nordkap
Mit dem Nordkapexpress (Linie 406) verkehrt täglich ein regulärer Linienbus von der Touristeninformation im Ortszentrum zum Nordkap – fußläufig nur wenige Minuten vom Kreuzfahrtpier entfernt. Die Abfahrtszeit um 11:15 Uhr ist auf die Anlegezeiten der Hurtigruten und vieler Kreuzfahrtschiffe abgestimmt, so dass eine pünktliche Rückkehr zum Schiff in der Regel gewährleistet ist.
Die Tour dauert insgesamt rund drei Stunden inklusive Aufenthalt am Plateau. Im Ticketpreis enthalten sind Hin- und Rückfahrt sowie der Zugang zum Nordkap-Plateau; der Eintritt in die Nordkaphalle ist nicht inkludiert und kann vor Ort separat gelöst werden. Einzelne Fahrten beinhalten zusätzlich einen Stopp bei einer samischen Familie mit Rentieren – Details und aktuelle Preise stehen direkt beim Anbieter.
Weitere Informationen zum Nordkapexpress sowie tagesaktuelle Hinweise zum Bustransfer findest du auf der offiziellen Webseite des Nordkaps.
Mit lokalen Anbietern von Honningsvag zum Nordkap
Neben den großen Reiseveranstaltern bieten auch mehrere lokale Anbieter Nordkap-Touren in kleinen Gruppen an – häufig mit Minivan oder Kleinbus, persönlicher Betreuung und individuellen Stopps unterwegs. Vorteil: weniger Trubel am Plateau, mehr Zeit für Erklärungen und oft die Möglichkeit, abseits der großen Busgruppen Fotos zu machen.
Solche Touren lassen sich bequem im Voraus über etablierte Portale wie Meine-Landausflüge* oder GetYourGuide buchen. Die Buchung im Voraus sichert nicht nur den Platz, sondern in der Regel auch eine pünktliche Rückkehr zum Schiff.
Praktische Tipps für den Ausflug zum Nordkap
- Kleidung: Auch im Hochsommer kann es am Plateau windig und deutlich kühler als im Hafen sein – winddichte Jacke, Mütze und festes Schuhwerk lohnen sich immer.
- Wetter checken: Sicht und Wetter wechseln am Nordkap schnell; ein Blick auf die aktuelle Wettervorhersage vor der Tour spart Enttäuschungen.
- Fotostopps unterwegs: Auf der E69 lohnen sich Halte am Skipsfjord und in den kleinen Fischerdörfern Skarsvåg oder Kamøyvær – bei geführten Touren meist eingeplant.
- Tiere: Mit etwas Glück sieht man Rentierherden direkt entlang der Straße; sie überqueren die E69 regelmäßig.
- Zeitpuffer: Trotz angepasster Abfahrtszeiten lieber großzügig kalkulieren – Wetter und Konvoiregelungen können die Rückfahrt im Winter verzögern.
- Bezahlung: In Norwegen wird fast ausschließlich mit Karte gezahlt, auch am Nordkap; Bargeld ist kaum noch nötig.
Weitere Highlights in Honningsvåg
Neben dem Nordkap hat Honningsvåg eine Reihe weiterer Sehenswürdigkeiten zu bieten, die sich gut mit dem Hauptziel oder als Alternative bei kurzer Liegezeit kombinieren lassen:
- Vogelreservat Gjesværstappan – Felseninseln vor der Küste mit bis zu einer Million Seevögeln, darunter Papageientaucher und Basstölpel; per Bootstour ab Gjesvær zu erreichen.
- Nordkappmuseum – Direkt am Kreuzfahrthafen gelegenes Museum zur Geschichte des Nordkaps, zur Region sowie zu Walfang und Fischerei.
- Galerie West of the Moon und Weihnachtshaus – Künstlerische Highlights in fußläufiger Nähe zum Hafen, ideal für einen kurzen Abstecher zwischen Ausflug und Schiffsrückkehr.
- Perleporten Kulturhus und Honningsvåg Kirke – Kulturzentrum und die 1886 errichtete Kirche, das einzige Gebäude, das die Zerstörung im Zweiten Weltkrieg überdauerte.
Weitere Häfen in Norwegen
Bei einer Kreuzfahrt entlang der norwegischen Küste lohnt sich der Blick auf die anderen großen Häfen der Region – jeder mit eigenen Highlights:
- Tromsø – „Tor zur Arktis" mit Eismeerkathedrale, Seilbahn auf den Storsteinen und einer der weltweit besten Locations für Polarlichter.
- Gravdal (Leknes) – Hafen auf den Lofoten mit dramatischen Berggipfeln, malerischen Fischerdörfern wie Reine und Hamnøy sowie weißen Sandstränden.
- Bergen – Norwegens zweitgrößte Stadt mit dem UNESCO-Welterbe Bryggen, historischen Hansehäusern und Bergbahn auf den Fløyen.
- Geiranger – Tor zum UNESCO-Welterbe Geirangerfjord mit spektakulären Aussichtspunkten wie Dalsnibba und Adlerkehre.
- Stavanger – Bekannt für die historische Altstadt Gamle Stavanger und den Felsvorsprung Preikestolen über dem Lysefjord.
- Oslo – Norwegens Hauptstadt mit Wikingerschiffmuseum, Vigeland-Skulpturenpark und der modernen Oper am Hafen.
Ausflüge rund um das Nordkap ab Honningsvag
Geführte Ausflüge ab Hafen - Meine Landausfüge *
Karte
Häufige Fragen zu Nordkap
Wie kommt man von Honningsvåg zum Nordkap?
Vom Kreuzfahrthafen Honningsvåg sind es rund 34 Kilometer über die E69 zum Nordkap. Die meisten Kreuzfahrtgäste nutzen einen geführten Landausflug, den Linienbus „Nordkapexpress" (Linie 406) oder ein Taxi. Mietwagen sind vor Ort nur sehr begrenzt verfügbar.
Wie viel kostet der Eintritt am Nordkap?
Der Zugang zum Plateau ist für Fußgänger und Radfahrer kostenlos. Wer mit Pkw, Wohnmobil oder Bus anreist, zahlt eine Zugangsgebühr – bei geführten Touren und beim Linienbus ist diese in der Regel im Preis enthalten. Der Eintritt in die Nordkaphalle kostet zusätzlich rund 260 NOK (ca. 22 EUR) für Erwachsene.
Wie lange dauert ein Ausflug zum Nordkap?
Geführte Standardtouren ab Honningsvåg dauern je nach Programm zwischen 3 und 5 Stunden. Reine Bustransfers mit dem Nordkapexpress brauchen rund 3 Stunden inklusive Aufenthalt am Plateau, längere Touren mit Stopps bei samischen Familien oder am Königskrabben-Pool entsprechend mehr.
Was sollte man am Nordkap anziehen?
Auch im Sommer ist es am Plateau oft deutlich kühler und windiger als im Hafen – eine winddichte Jacke, Mütze und feste Schuhe sind ganzjährig empfehlenswert. Im Winter unbedingt zusätzlich warme Unterkleidung, Handschuhe und rutschfeste Schuhe einplanen.
Wann sieht man die Mitternachtssonne und Polarlichter am Nordkap?
Die Mitternachtssonne ist am Nordkap von etwa Mitte Mai bis Ende Juli zu sehen – in dieser Zeit geht die Sonne gar nicht unter. Die besten Chancen auf Polarlichter bestehen von Oktober bis März bei klarem, dunklem Himmel.
Lohnt sich der Besuch des Nordkaps auch bei schlechtem Wetter?
Ja – die Nordkaphalle bietet mit Panoramafilm, Ausstellungen und Café einen wetterfesten Rückzugsort. Selbst bei Nebel oder Regen vermittelt der Besuch die besondere Atmosphäre des nördlichsten Punkts Europas.




