Entdecke den Golden Circle auf eigene Faust ab Reykjavik
Das Wichtigste in Kürze
- Vom Hafen sind es rund 50 Kilometer bis zum ersten Stopp Þingvellir; die Anreise erfolgt per geführter Bustour, Mietwagen oder Taxi.
- Der Golden Circle verbindet auf einer Rundstrecke von rund 230 bis 300 Kilometern drei der bekanntesten Naturwunder Islands.
- Im UNESCO-Welterbe Þingvellir-Nationalpark treffen die nordamerikanische und eurasische Kontinentalplatte in einem dramatischen Grabenbruch sichtbar aufeinander.
- Der aktive Geysir Strokkur schleudert alle fünf bis zehn Minuten eine bis zu 30 Meter hohe Wasserfontäne in die Luft.
- Der Wasserfall Gullfoss zählt zu Islands bekanntesten Naturschauspielen und stürzt in zwei Stufen rund 32 Meter in eine tiefe Schlucht.
- Die drei Hauptattraktionen sind ganzjährig kostenfrei zugänglich; geführte Tagestouren dauern üblicherweise zwischen acht und neun Stunden.
Der Golden Circle
Der Golden Circle gilt als bekannteste Sightseeing-Route Islands und vereint auf einer überschaubaren Tagesstrecke ab Reykjavík drei der spektakulärsten Naturschauspiele des Landes. Þingvellir-Nationalpark, das Geothermalgebiet Haukadalur mit dem aktiven Geysir Strokkur und der Wasserfall Gullfoss liegen entlang einer gut ausgebauten Route im Südwesten Islands und veranschaulichen das Zusammenspiel aus Plattentektonik, Vulkanismus und mächtigen Gletscherflüssen wie kaum eine andere Tour im Land.
Bei einer Kreuzfahrt mit Anlauf in Reykjavik zählt der Golden Circle zu den am häufigsten gebuchten Landausflügen. Die kompakte Streckenführung erlaubt es, alle drei Hauptattraktionen innerhalb eines Hafentages zu besichtigen und am späten Nachmittag entspannt zum Schiff zurückzukehren. Wer flexibler unterwegs sein möchte, kombiniert die klassische Route mit ergänzenden Stopps wie dem Vulkankrater Kerið, dem Faxi-Wasserfall oder einem Bad in der Secret Lagoon bei Flúðir.
Tipp: Geführte Touren mit Hafenabholung sparen Zeit für die Organisation von Mietwagen oder Taxi und bieten eine Pünktlich-zurück-zum-Schiff-Garantie. Eine frühzeitige Online-Buchung lohnt sich, da die beliebtesten Termine bei Kreuzfahrtanläufen erfahrungsgemäß rasch ausverkauft sind.
Sehenswürdigkeiten am Golden Circle
Die klassische Route führt zu drei Hauptattraktionen, die im Uhrzeigersinn oder gegen den Uhrzeigersinn angesteuert werden können. Viele Anbieter ergänzen die Tour um optionale Stopps wie den Kerið-Krater, den Faxi-Wasserfall oder die Tomatenfarm Friðheimar.
Þingvellir-Nationalpark
Der Þingvellir-Nationalpark liegt rund 50 Kilometer nordöstlich von Reykjavik und bildet meist den ersten Stopp auf dem Golden Circle. Seit 2004 zählt die Stätte zum UNESCO-Welterbe und vereint einzigartige Geologie mit einer mehr als tausendjährigen Geschichte. Hier driften die nordamerikanische und die eurasische Kontinentalplatte mit etwa zwei Zentimetern pro Jahr auseinander und haben einen tiefen Grabenbruch geschaffen, der entlang gepflasterter Wege erkundet werden kann. Die imposante Schlucht Almannagjá markiert die Plattengrenze besonders eindrucksvoll.
An derselben Stelle gründeten die Wikinger bereits im Jahr 930 das Alþing, eines der ältesten Parlamente der Welt, das hier bis 1798 tagte. Ein gepflasterter Rundweg von etwa einer Stunde Dauer führt vorbei am Wasserfall Öxarárfoss, dem Gesetzesfelsen Lögberg und mehreren Aussichtspunkten. Der Eintritt zum Nationalpark ist kostenfrei, lediglich für den Parkplatz wird eine Gebühr von rund 1.000 ISK (ca. 7 Euro) erhoben. Sanitäranlagen, ein Besucherzentrum mit Ausstellung sowie ein Café stehen vor Ort zur Verfügung.
Geysir Strokkur und das Haukadalur-Tal
Das geothermische Tal Haukadalur liegt etwa 60 Kilometer östlich von Þingvellir und ist die namensgebende Heimat aller Geysire weltweit. Während der ursprüngliche „Große Geysir“ heute nur noch selten ausbricht, sorgt sein aktiver Nachbar Strokkur für ein verlässliches Naturschauspiel: Alle fünf bis zehn Minuten schießt eine kochend heiße Wasserfontäne mit einer Höhe von bis zu 30 Metern in die Luft. Das gesamte Areal ist durchzogen von dampfenden Quellen, blubbernden Schlammtöpfen und farbenprächtigen Mineralablagerungen, die ein Rundweg in etwa 30 bis 45 Minuten erschließt.
Direkt gegenüber dem Eingang befindet sich das Geysir Center mit Restaurant, Café, Souvenirläden und einer kostenfreien interaktiven Ausstellung zum Vulkanismus Islands. Der Zugang zum Geysirgebiet selbst ist kostenfrei, Parkplätze stehen kostenlos zur Verfügung. Aus Sicherheitsgründen sollten die markierten Wege nicht verlassen werden, da das Wasser an vielen Stellen Temperaturen von weit über 80 Grad Celsius erreicht.
Gullfoss
Der Gullfoss – auf Deutsch „Goldener Wasserfall“ – liegt nur rund zehn Autominuten östlich des Geysirgebiets und gilt als einer der bekanntesten Wasserfälle Islands. Der gewaltige Strom des Gletscherflusses Hvítá stürzt hier in zwei Stufen rund 32 Meter in eine tiefe Schlucht. Die durchschnittliche Wasserführung von etwa 140 Kubikmetern pro Sekunde sorgt für ein eindrucksvolles Tosen und feinen Sprühnebel, in dem sich bei Sonnenschein häufig Regenbögen bilden.
Zwei Aussichtsplattformen ermöglichen unterschiedliche Perspektiven auf das Naturschauspiel: Vom oberen Parkplatz führen Treppen direkt zum Wasserfall hinab, während die untere Plattform den Blick aus nächster Nähe öffnet. Beide Parkplätze sind kostenfrei, ebenso der Zugang zum Wasserfall selbst. Im Besucherzentrum auf der oberen Ebene befinden sich ein Café, ein Souvenirladen sowie sanitäre Einrichtungen. Aufgrund der hohen Feuchtigkeit empfehlen sich rutschfeste Schuhe und wetterfeste Kleidung.
Kerið-Krater
Der Kerið-Krater liegt südlich der drei Hauptattraktionen entlang der südlichen Rückroute nach Reykjavik und wird häufig als optionaler vierter Stopp eingeplant. Der rund 3.000 Jahre alte Vulkankrater misst etwa 270 mal 170 Meter und ist 55 Meter tief. An seinem Grund leuchtet ein türkisblauer See, der einen starken Farbkontrast zu den rostroten, eisenhaltigen Kraterwänden bildet. Ein Pfad führt um den Kraterrand herum und ein zweiter Weg hinab zum Wasser. Der Eintritt beträgt rund 600 ISK (ca. 4 Euro) und wird zur Pflege der Wege verwendet. Parkplätze stehen direkt am Krater zur Verfügung.
Anreise zum Golden Circle vom Hafen Reykjavik
Vom Kreuzfahrthafen Skarfabakki im Stadtteil Sundahöfn sind es rund 50 Kilometer bis zum Þingvellir-Nationalpark und etwa 110 Kilometer bis zum Gullfoss. Da der Golden Circle nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist, kommen für die Anreise im Wesentlichen drei Optionen in Betracht.
Die mit Abstand beliebteste Variante ist die Buchung einer geführten Bustour mit Hafenabholung. Touren von Anbietern wie Meine Landausflüge oder GetYourGuide holen die Teilnehmer direkt am Pier in Skarfabakki ab, steuern alle drei Hauptattraktionen samt optionaler Stopps an und liefern eine fachkundige Reiseleitung. Die Tagestouren dauern üblicherweise zwischen 7,5 und 9 Stunden und sind auf die Liegezeiten der Kreuzfahrtschiffe abgestimmt.
Wer flexibel sein möchte und die Strecke selbst fahren will, kann am Hafen oder in unmittelbarer Nähe einen Mietwagen anmieten. Anbieter wie Europcar, Avis und Budget unterhalten Stationen im näheren Umfeld des Cruise Terminals; eine Reservierung mehrere Wochen im Voraus ist empfehlenswert. Die Straßen entlang der Route (Landstraßen 36 und 35) sind ganzjährig befahrbar und auch ohne Geländewagen problemlos zu meistern. Seit 2026 wird für Mietwagen in Island eine Straßennutzungsgebühr von etwa 1.400 ISK pro Tag erhoben, die meist direkt bei der Anmietung abgerechnet wird.
Ein Taxi vom Hafen ist aufgrund der Distanz und des isländischen Preisniveaus eine vergleichsweise kostspielige Option. Für eine private Rundfahrt mit Fahrer sollten je nach Dauer und Route mehrere hundert Euro eingeplant werden. Lokale Anbieter offerieren entsprechende Pauschalen mit festen Preisen.
Geführte Ausflüge Golden Circle ab Reykjavik
Für Kreuzfahrtgäste, die ohne organisatorischen Aufwand und mit Pünktlich-zurück-zum-Schiff-Garantie unterwegs sein möchten, eignen sich geführte Tagestouren mit Hafenabholung. Die folgenden Angebote starten direkt am Kreuzfahrtterminal Skarfabakki.
Weiterführende Tipps
Wer einen längeren Liegezeitaufenthalt in Reykjavik plant oder den Golden Circle mit weiteren Eindrücken kombinieren möchte, findet in und um die Hauptstadt zahlreiche ergänzende Highlights. Auch andere isländische und nordeuropäische Kreuzfahrthäfen bieten lohnende Tagesausflüge in vergleichbarer Naturkulisse.
Weitere Highlights in der Umgebung
- Blaue Lagune – das geothermische Spa auf der Reykjanes-Halbinsel mit mineralreichem Wasser
- Sky Lagoon – modernes Thermalbad am Stadtrand mit Infinity-Pool und Blick auf den Nordatlantik
- Hallgrímskirkja – das 74,5 Meter hohe Wahrzeichen Reykjaviks mit Aussichtsplattform
- Perlan – Aussichtskuppel und interaktives Museum „Wonders of Iceland“ mit künstlicher Eishöhle
Weitere Häfen der Region
- Akureyri – Islands „Hauptstadt des Nordens“ mit Mývatn, Goðafoss und Walbeobachtung im Eyjafjord
- Seydisfjörður – malerischer Ostfjord mit Regenbogenstraße und der Wasserfallschlucht Fjarðarheiði
- Bergen – norwegisches UNESCO-Welterbe Bryggen, Fløyen-Bahn und Tor zu den westnorwegischen Fjorden
- Tromsø – Arktis-Metropole mit Eismeerkathedrale, Polaria-Aquarium und Fjardlandschaften
- Belfast – nordirische Hauptstadt mit Titanic Museum und Tagesausflug zum Giant’s Causeway
- Honningsvåg – nördlichste Stadt Norwegens und Ausgangspunkt zum berühmten Nordkap






